Psychiatrie von A bis Z

Erfahren Sie Wissenswertes über psychiatrische Krankheitsbilder und Themen.

Sucht

Suchtkrankheiten sind seelische Störungen und gehören zu den wichtigsten gesundheitspolitischen Problemen unserer Zeit. Hierbei tritt am häufigsten der Alkoholismus mit 60 bis 70 Prozent auf, gefolgt von Drogenabhängigkeit mit rund 20 Prozent und der Medikamentensucht mit 15 bis 20 Prozent. Die Sucht entwickelt sich oft aus einem Zusammenspiel von Wirkung der Droge, persönlicher Labilität und Umwelteinflüssen. Sie ist gekennzeichnet durch das unwiderstehliche Verlangen nach weiterer Einnahme der betreffenden Droge (psychische Abhängigkeit) sowie Toleranzsteigerung und Abstinenzerscheinungen (körperliche Abhängigkeit). In der Medizin wird unterschieden zwischen stoffgebundenen Suchterkrankungen, bei denen die Süchtigen von einem bestimmten Stoff wie Alkohol oder Medikamenten abhängig sind, und stoffungebundenen Suchterkrankungen. Bei diesen hat ein Mensch den Drang, eine bestimmte Tätigkeit auszuüben. So kann beispielsweise die Spielsucht an Glücksspielautomaten, Arbeitssucht oder süchtiges Stehlen (Kleptomanie) krankhafte Ausmaße annehmen und behandlungsbedürftig werden. Während bei der Abhängigkeit von Suchtmitteln die Therapie häufig auch eine medizinische Betreuung erfordert (Delir, Entzug), werden stoffungebundene Suchtkrankheiten fast ausschließlich psychotherapeutisch behandelt zum Beispiel mit einer Verhaltenstherapie.